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Wie ein Magnet zieht mich jedes Jahr der Nintendo-Stand auf der Gamescom direkt am ersten Tag magisch an. Mit einer Mischung aus nostalgischer Verklärung und steter Hoffnung eilt man flotten Fußes direkt früh morgens gen Nintendo-Logo, um den größten Menschenansturm vielleicht noch zu umgehen, und stellt schnell ernüchtert fest: Nintendo spielte abermals mit meinen Gefühlen! Ok, um ehrlich zu sein, ist die Euphorie-Kurve in den letzten Jahren zur Gamescom stetig gesunken. Die Erfahrung zeigte zuletzt immer wieder, und so leider auch dieses Jahr, dass der japanische Publisher und Konsolenriese wenig Wert auf seine Gamescomauftritt legt.

Sicherlich ist die E3 immer noch der „große Bruder” der Gamescom und die Tokyo Gameshow bietet sich als Heimspiel für große Ankündigungen sicherlich an, aber als europäischer Anhänger Nintendos fühlt man sich zunehmend vernachlässigt und beinahe absichtlich bestraft: Die Summe der neuen Spiele, welche noch nicht im Handel erhältlich sind und auf der Gamescom in irgendeiner Form präsentiert werden beträgt exakt null. Nicht ein exklusiver Einblick in ein Spiel, dass in den nächsten Tagen oder Wochen auf den Markt kommt, geschweige denn eine Hands-on-option, die mehr als einen müden Blick wert gewesen wäre.

Wer jetzt empört ruft: Aber was ist mit The Legend of Zelda: Breath of the Wild? wird auch diesen Titel lange suchen und dann in einer kleinen Ecke einen unscheinbaren Stand finden, zu dem exakt, aufgehorcht, 50 Besucher zur Gamescom Zugang haben. Die dafür nötigen Tickets wurden vorab online vergeben und so blieb der nächste Nintendo-Blockbuster nur einer sehr geringen Anzahl von Fans und einigen Pressevertretern vorbehalten. Besuchern der Kölner blicken so neidisch auf die Bilder des imposanten Auftrittes auf der E3 und haben die Hoffnung, dass der Release-Termin im Frühjahr 2017 nicht verschoben wird. Aber wenn man es mal ganz nüchtern betrachtet, hat insbesondere die Zelda-Reihe auch keine große Werbung mehr nötig und Fans weltweit werden das Openworld-Game eh am Erscheinungstag kaufen.

Um fair zu bleiben soll noch erwähnt werden, dass Shigeki Morimoto von Game Freak am Donnerstag in einer Präsentation ein wenig Ingame-Material zu Pokémon Sonne & Mond zeigte und es Einblicke in YO-KAI WATCH 2: Bony Spirits und YO-KAI WATCH 2: Fleshy Souls (bislang ohne deutschen Titel aber schon mit Releasetermin für kommenden Frühjahr in Europa) gab. Auch das neue Mario Party: Star Rush wollte nicht so wirklich in der Masse der bekannten Titel auffallen und ging eher unter. Zudem bekommt der 3DS XL ein paar neue Farben spendiert und den 2DS gibt es bald im Bundle mit Yo-Kai Watch. So weit, so unspektakulär. Unnötig zu erwähnen, dass die neue Konsole NX ebenfalls keinerlei Erwähnung fand, auch wenn die Veröffentlichung schon im März kommenden Jahres ansteht.

Und so tröstet auch nicht wirklich der wirklich liebevoll gestaltete Stand auf der Messe über die enttäuschende Auswahl der Spiele hinweg und man fragt ich abermals, was sich Nintendo bei dieser Entscheidung gedacht hat und ob das Prinzip der künstlichen Verknappung in diesem Fall wirklich den größeren Hype schafft.

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