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Als ein Kind mir das letzte Mal wirklich Angst einflößte, wurde die Göre letztendlich wieder zurück in den Brunnen gesperrt. Nach The Grudge und The Ring erschienen auf der Leinwand nicht mehr viele ernstzunehmende Versuche, den Horror zurück ins Kinderzimmer zu bringen. Mit June erscheint am 20. Oktober ein Film auf DVD und Blu-Ray, welcher die Horror-Tradition fortsetzen möchte.

Die kleine June hat es nicht leicht. Nachdem sie kurz nach ihrer Geburt zur Adoption freigegeben wurde, findet sie einfach kein ruhiges Zuhause. Die nun neunjährige ist zuletzt in einer sozial eher heruntergekommenen Familie untergebracht, als es wieder passiert: Etwas in June wird von Trauer und Zorn entfesselt und richtet Verwüstung und Schaden an. Zuletzt wurden auch Menschen verletzt und Junes Sozialarbeiter schickt das introvertierte Mädchen in eine neue, wie es scheint, perfekte Familie, zu den Andersons. Dort scheint es auch zuerst so, als würde sie nach und nach aufblühen, doch auch hier ergreift nach und nach wieder ihre „Freundin“ Aer von June Besitz und richtet ihre Wut gegen die neue Familie. Doch Miss Anderson hält an dem Vertrauen in June fest und geht dem Geheimnis des Mädchens auf den Grund: June wurde kurz nach ihrer Geburt von einer Sekte bei einem grausamen Blutritual zum Gefäß des Erlösers auserwählt und seitdem lebt die dunkle Macht von Aer in ihr. Nun ist die Zeit gekommen, an dem der Kult sich June zurückholen und die dunkle Macht entfesseln will.

Kinderdarstellerin Kennedy Brice kennen einige bestimmt aus The Walking Dead, wo sie die kleine Molly spielt. Das Mädchen mit dem ernsten Blick ist für die Rolle der mysteriösen und wortkargen June perfekt besetzt! Hakt es in manchen ernsten Filmen manchmal am jungen Protagonisten, ist dies bei June nicht der Fall. Brice fühlt sich in die Rolle hervorragend rein und überzeugt durch Mimik und Emotionsspiel. Tatsächlich mangelt es an keiner Stelle an überzeugendem Schauspiel, sondern viel mehr an einer konsistenten Story: Jeder, der Exorzisten- oder Horrorfilme mag, wird sicherlich gerne darüber hinwegsehen, dass nicht jedes Phänomen, jedes übernatürliche Ereignis, im Detail erläutert wird, wenn dafür die Geschichte in sich stimmig ist. Leider sind die Beweggründe der Charaktere und deren Entwicklung häufig nicht schlüssig, was durchaus daran liegen kann, dass die Figuren zu flach bleiben. Als Zuschauer wird man nach mancher Szene verdattert zurückgelassen und fragt sich, ob man unaufmerksam war oder sich die Plot-Holes wirklich aneinanderreihen.

Dabei hat die Geschichte um den Kult und June durchaus Potenzial und macht neugierig auf das Finale, welches, zusammen mit der Einführung, den Film sehr stimmig umrahmt. Hier hat man alle Karten des Genres ausgespielt, samt fliegendem Kind, vermummten Kult-Anhängern und Naturgewalten (nein, kein Spoiler an dieser Stelle, das verrät bereits der Trailer). Am Ende des Films bleibt eine merkwürdige Mischung aus der Hoffnung, dass da noch mehr kommen möge, ein wenig Resignation und einem Fragezeichen zurück. Man hört es tatsächlich selten, und eben so selten stimmt es, aber bei June wünscht man sich einen zweiten Teil, der die Geschichte „fertig“ erzählt und sich etwas mehr Zeit für die Charaktere und ihre Geschichte nimmt.

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